Begriffserklärung zur Schlafstudie

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Inhalt

Blutgase

Die Blutgase Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) werden im arteriellen Blut als sogenannte Partialdrücke gemessen.

Der Normwert für den arteriellen Sauerstoff-Partialdruck (PaO2) beträgt 70 bis100 mmHg, ein Druck unter 60 mmHg ist eindeutig pathologisch, d.h. es besteht ein Sauerstoffmangel. Der Normwert für den arteriellen Kohlendioxid-Partialdruck (PaCO2) beträgt 37 bis 43 mmHg, ein Druck über 45 mmHg im Wachzustand ist pathologisch und Zeichen einer Minderatmung (ohne dass es gleichzeitig zu einem Sauerstoffmangel kommen muss). Der Kohlendioxid-Partialdruck kann auch ohne Blutabnahme und kontinuierlich durch die Haut gemessen werden (sog. transcutane CO2-Messung). Im Schlaf zeigt ein transcutaner CO2-Partialdruck von über 50 mmHg eine Minderatmung an.

Die Sauerstoffsättigung (SaO2, Sauerstoff-Konzentration in %, entspricht dem Anteil der roten Blutkörperchen, die O2 transportieren) kann durch die Oxymetrie (z.B. während des Schlafes) kontinuierlich aufgezeichnet werden. Normal sind Konzentrationen von 94 bis 98%. Eindeutig pathologisch sind Werte unter 90% (SaO2 90% entspricht PaO2 60 mmHg).

Hypoventilation (engl. hypoventilation)

Abgeflachte und / oder verlangsamte Atmung, im eigentlichen Sinn mit Verkleinerung des Atemminutenvolumens.

Quelle: Lexikon Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München

Maximale Kraft der Einatemmuskulatur (engl. Peak Inspiratory Pressure, PIP)

Druck bei einer maximalen Einatmung gegen ein verschlossenes Mundstück, gemessen in kPa.

Nichtinvasive Beatmung, NIB (engl. Noninvasive Mechanicel Ventilation, NIV)

Im Gegensatz zur invasiven Beatmung über Luftröhrenschnitt erfolgt bei der NIB die Beatmung über Masken. Über kleine Heimbeatmungsgeräte wird der Betroffene meist über eine Nasenmaske, eine Nasen-Mund-Maske oder ein Mundstück beatmet. Die NIB wird i.d.R. nur während des Nachtschlafes durchgeführt.

Die NIB ist ein Hilfsmittel, welches zeitweise die Arbeit der nicht mehr ausreichenden Atemmuskulatur übernimmt. Dadurch wird die Atemmuskulatur entlastet und die Atmung im Schlaf normalisiert. Auch bei sehr weit fortgeschrittenen Erkrankungen kann durch die NIB die Atmung deutlich verbessert werden.

(Dr. U Mellies)

Polysomnographie, PSG (engl. polysomnography)

Aufzeichnung des Schlafes; Beurteilung der Schlafstadien (Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf anhand des EEG, EOG und EMG), der Atmung (Luftfluß an Nase und Mund, Atembewegungen von Brustkorb und Bauch), des Gasaustausches (Sauerstoffsättigung und transcutaner CO2-Partialdruck) und Kreislauf (EKG).

Prävalenz (engl. prevalence)

Häufigkeit aller Fälle einer bestimmten Krankheit in einer Population zum Zeitpunkt der Untersuchung.

Quelle: Lexikon Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München

Schlafbezogene Atmungsstörung, SBAS (engl. Sleep Disordered Breathing, SDB)

SBAS ist ein Oberbegriff für verschiedene Formen der Atemstörungen im Schlaf. Bei neuromuskulären Erkrankungen kann es als Folge einer Muskelschwäche der Schlundmuskulatur oder der Einatemmuskulatur (Brustkorb und Zwerchfell) nur im Schlaf zu Abflachungen der Atmung kommen. Die Muskelschwäche der Schlundmuskulatur führt zu einer Einengung des Rachens im Schlaf, wodurch die Luftzufuhr kurzfristig verringert wird, oder es kommt zu einer Atempause. Durch den damit verbundenen Abfall der Sauerstoffkonzentration und weitere Mechanismen wird der Betroffene dann für wenige Sekunden geweckt und atmet weiter. Diese auch als obstruktive Schlafapnoe bezeichnete Erkrankung ist auch bei Gesunden sehr häufig. Typische Symptome sind Schnarchen, Erwachen mit Luftnot und starke Tagesmüdigkeit.

Die beim Morbus Pompe viel wichtigere Muskelschwäche der Einatemmuskulatur, vor allem des Zwerchfelles, kann zu einer anhaltenden Minderatmung (Hypoventilaton) im Schlaf führen. Das Ausmaß der Minderatmung und damit das Ausmaß des Sauerstoffmangels hängt von der verbleibenden Kraft des Zwerchfelles ab. Typische Symptome sind morgendliche Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit oder Luftnot im Liegen.

(Dr. U. Mellies)

Vitalkapazität: (engl. Inspiratory Vital Capacity, IVC)

Das nach maximaler Exspiration (Ausatmen) eingeatmete maximale Atemvolumen.

Quelle: Lexikon Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München

Zwerchfellschwäche (engl. diaphragm weakness)

Das Zwerchfell ist der wichtigste Einatemmuskel des Menschen. Bei einer Schwäche des Zwerchfelles tritt dieses im Liegen nach oben in Richtung Brustkorb und verkleinert dadurch das Lungenvolumen um 15 bis 20%. Bei einer vollständigen Lähmung nimmt das Lungenvolumen im Liegen um fast 50% des Wertes im Sitzen ab. Typisches Symptom ist Luftnot im Liegen, die Betroffenen können nur mit erhöhtem Oberkörper schlafen, oder erwachen mit Luftnot aus dem Traumschlaf.