Physiotherapie - Übersicht

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Bedeutung der Physiotherapie für Morbus Pompe

Der Physiotherapie kommt, wie bei allen Muskelerkrankungen, so auch bei Morbus Pompe eine wesentliche Bedeutung zu. Da es für fast keine Muskelerkrankung eine medikamentöse Behandlung oder gar Heilung gibt, ist die Physiotherapie teilweise die einzige Möglichkeit, das Leben ein wenig erträglicher zu gestalten und die Begleitsymptome der Muskelerkrankung zu lindern.

Durch die nun verfügbare Enzym-Ersatz-Therapie nimmt die Physiotherapie gerade bei Morbus Pompe einen ganz enormen Stellenwert ein. Das Enzym allein bewirkt nicht den Gesundungsprozess bzw. den Kraftgewinn. Um es mit einfachen Worten auszudrücken: Die EET ist ein Baustein in der Behandlung, die Physiotherapie ein weiterer. Nur die Kombination aus beiden inklusive einer ausgewogenen Ernährung, geben den Patienten die Möglichkeit, den Verlauf der Erkrankung zu stoppen und die Gesundheit sogar wieder zu verbessern.

Die Physiotherapie bietet uns heute ein weites Feld der unterschiedlichsten Behandlungsansätze und der verschiedensten "Schulen". Die nachfolgenden Erläuterungen sollen nur einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten geben.

Welche Techniken bietet uns die Physiotherapie*

Die Physiotherapie unterscheidet im Wesentlichen zwischen aktiven und passiven physiotherapeutischen Basistechniken. Mit (sehr) einfachen Worten lässt sich das so zusammenfassen:

Basistechniken:

Bei der aktiven Technik ist der Patient gefordert und macht noch aktiv mit, bzw.die Muskulatur wird noch aktiv gefordert, z.B. Bewegungen gegen Kraft, Gymnastik, Geräteübungen, Fahrrad-Übungen und vieles mehr.

Bei der passiven Technik werden die Maßnahmen vom Therapeuten am Patienten durchgeführt. Dazu gehören z.B. die Lagerung, entlastende Ausgangsstellungen, Traktion und das passive Bewegen in den unterschiedlichsten Formen.

Beide Techniken gehen oft fließend ineinander über und können kombiniert angewendet werden.

Zu den Basistherapieformen wird auch die Atemtherapie gezählt.

Aufbauend auf diesen Basistechniken ergeben sich nun diverse spezielle physiotherapeutische Behandlungsmethoden.

* Quelle: Leitfaden Physiotherapie, 4. Auflage, Verlag Urban-Fischer
Spezielle physiotherapeutische Techniken*

Die Vielzahl der möglichen Techniken füllt ganze Bücher und an dieser Stelle sollen deshalb nur einige wenige exemplarisch aufführt werden:

  • Alexander-Technik
  • Bobath
  • Cranio Sacrale Therapie
  • Feldenkrais
  • Osteopathie
  • Rückenschule
  • Schlingentisch
  • Voijta
  • Massagetherapie
  • Reflexzonentherapie
  • Hydro- und Balneotherapie
  • Thermotherapie
  • Elektrotherapie


und vieles mehr.

* Quelle: Leitfaden Physiotherapie, 4. Auflage, Verlag Urban-Fischer

Welche physiotherapeutischen Ansätze bieten sich jetzt für Morbus Pompe an?

Zunächst ist für diese Beurteilung der aktuelle gesundheitliche Status des Patienten ausschlaggebend. Je nach Schweregrad der Erkrankung kommen dann auch unterschiedliche Behandlungsmethoden (nur aktiv, aktiv sowie passiv und nur passiv) zum Einsatz.

An dieser Stelle ist es kaum möglich, eine bestimmte Physiotherapie-Methode zu empfehlen, da die Erfahrungen des Einzelnen sehr individuell sind.

Im Wesentlichen sind das aber die oben erwähnten Methoden der Krankengymnastik und der Atemgymnastik, auf die im Folgenden allgemein weiter eingegangen werden soll.